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Erfolgreich führen - wert-voll führen

Die moderne Unternehmens- und Mitarbeiterführung orientiert sich nicht mehr nur an Umsatz und Wachstum. In Zeiten, in denen sich Nachrichten über unehrenhafte Geschäftspraktiken und ungebührliche Gewinne häufen, wird der Ruf nach neuen Werten immer lauter. Nach Werten, die das langfristige Gedeihen eines Unternehmens sichern.

Erfolg im Unternehmen ist bekanntlich kein Zufall. Kunden und ihre Wünsche kennen, Veränderungen am Markt wahrnehmen und die richtige Strategie einschlagen – das ist oft schon die halbe Miete. Doch ist es wirklich so einfach? Genügt der Fokus auf Kunde, Markt und Massnahmen noch? – Die jüngsten Entwicklungen in der Wirtschaft wecken Zweifel. Der Ruf nach einer differenzierteren Sicht wird lauter. Was ist gemeint?

Erfolgreich führen

Unternehmer und Mitarbeitende müssen den grundlegenden Willen haben, den Betrieb gemeinsam weiterzubringen.

Am gleichen Strick – in die gleiche Richtung

Gesucht sind Werte, die über die engere Betriebswirtschaft hinausgehen. Betrachten wir beispielsweise den Wert «Sicherheit» im Unternehmen. Um ihn zu verwirklichen, müssen Unternehmer und Mitarbeitende zunächst einmal den grundlegenden Willen haben, den Betrieb gemeinsam weiterzubringen. So banal die Aussage ist, haben wir es vorerst mit nicht deckungsgleichen Interessen zu tun. Der Unternehmer will Umsatz und Gewinn generieren, seine Kunden langfristig halten, allenfalls wachsen. Der Mitarbeiter möchte vorab seine Stelle gesichert und den Lohn auf dem Konto sehen. Viele erfolgreiche Unternehmungen zeigen aber, dass sich Arbeitsplätze auch bei vordergründig unterschiedlichen Interessen erhalten und ausbauen lassen. nAm ehesten gelingt dies in einem Klima gegenseitigen Vertrauens. Technologischer Fortschritt und rasche Entscheidungen sind wichtig. Sie alleine sichern die Arbeits - plätze jedoch nicht. Es geht darüber hinaus um andere Qualitäten, auch um Solidarität. Gemeint ist ein Klima, in dem der Unternehmer jeden einzelnen Mitarbeiter wertschätzt und ihm die bestmögliche Sicherheit zu bieten sucht. Die jüngst mit dem Swiss Award ausgezeichnete Victorinox AG lebt dies exemplarisch vor.

Ist diese Haltung erkannt, wird sie von der Mitarbeiterseite fast zwingend mit Verlässlichkeit und der Bereitschaft beantwortet, in schwierigen Zeiten auch Kompromisse einzugehen. Dies auch zur Sicherung des Arbeitsplatzes. Grundlage für dieses beidseitige Bemühen um langfristige Sicherheit sind Fairness und gegenseitiges Vertrauen. «Vertrauen» ist ein weiterer Wert, den es in KMU besonders zu pflegen gilt. Auch wenn Kleinbetriebe oft meinen, sie könnten sich solchen Luxus nicht leisten – über kurz oder lang zeigt sich, dass Vertrauen nicht Luxus ist, sondern eine solide Basis.

Geteilte Werte – gemeinsame Ziele

Vertrauen entsteht auf der Grundlage gemeinsamer Werte. Sie machen ein fruchtbares Miteinander erst möglich. Nur wer Werte teilt, kann sich auf gemeinsame Ziele verständigen. Denn wem dasselbe wichtig ist, der hilft mit, es auf gutem Wege zu erreichen. Damit Werte ihre Wirkung entfalten, ist eine gemeinsame nAuffassung zu ihrer Bedeutung nötig. Dabei gilt: Weniger Werte sind oft mehr Wert.

Zuerst aber müssen Werte definiert werden, und das ist eindeutig Sache des Unternehmers. Er gibt die Werte vor, die bei ihm gelten sollen. Er muss sie klar aussprechen, damit sie allseits verstanden und dann vereinbart werden können. Denn sollen die Mitarbeiter Werte mittragen – und das müssen sie, sonst sind Werte wertlos –, kann man sie ihnen nicht einfach aufdrücken. Einseitig verkündete Werte bevormunden, man umgeht sie bei erster Gelegenheit.

Die Implementierung von Werten in einem Unternehmen ist im Übrigen ein anspruchsvoller Prozess. Warum? Zunächst einmal ist die Diskussion um Werte sehr persönlich. Wer sich ehrlich darauf einlässt, gibt den Blick frei auf Individualität, Wesen und Selbstverständnis. Die Wertediskussion lässt sich auch nicht ein für alle Mal führen – denn definierte Werte sind immer wieder auf ihre Gültigkeit und Umsetzung hin zu überprüfen. Zur Verankerung von Werten eignen sich Workshops ausserhalb des betrieblichen Rahmens besonders gut. Oft gelingen diese mit einer Betreuung von dritter Seite (Moderation, Coaching) am besten.

Durch Werte Profil gewinnen

Werte strahlen Motivation aus und vermitteln Orientierung. Sie helfen mit, das Unternehmen im Markt und gegenüber den Kunden wahrnehmbar zu machen und als dauerhaften Partner zu etablieren. Sie haben deshalb grosse Bedeutung als Teil der betrieblichen Strategie. Die Zeiten sind vorbei, als Werte und Leitbilder Leerformeln und «schmückendes Beiwerk» waren. Der Wert Fachkompetenz wird heute vorausgesetzt, er vermag kaum mehr zur Profilierung beizutragen. Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenzen werden dagegen immer wichtiger. Gelebte Werte leuchten und kommunizieren sich im Übrigen selbst: Sei es, dass sie im Betrieb den gegenseitigen Respekt erkennbar oder im Kundenkontakt die Service-Bereitschaft unübersehbar machen. Unternehmern und Kadern kommt beim Leben von Werten die Vorbildfunktion zu, die Mitarbeiter sind die tragenden Kräfte, nach innen wie nach aussen.

Neben der Wertdefinition durch den Unternehmer gilt das Augenmerk auch der Wertpflege. Zentral ist hierbei das Mitarbeitergespräch. Es zeigt die individuelle Befindlichkeit und führt zu möglichen Massnahmen. Bei gegenseitigem Vertrauen ist das Gespräch über Werte wiederum die Basis zur Zielvereinbarung. – Eine andere Möglichkeit zur Wertpflege sind Feedback-Runden zumAustausch über Erreichtes und Beabsichtigtes. Und wie erwähnt verlaufen derartige Prozesse der Wertvertiefung und Wertentwicklung oft erfolgreicher, wenn sie moderiert sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der langfristige Unternehmenserfolg stützt sich heute immer mehr auch auf wertorientierte Zielsetzungen. Der Unternehmer gibt die gewünschten Werte vor, die Mitarbeitenden setzen sie um. Die zum aktiven Leben von Werten benötigten Kompetenzen lassen sich sehr gut durch geeignete Weiterbildung gewinnen und aufbauen. Denn Weiterbildung bedeutet immer auch Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist wertvoll für das aktive Leben von Werten.

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